Mia auf Einbrecherjagd

23. Juli 2018

Draußen verliert das Sonnenlicht allmählich seine Kraft. Gleich muss Mia bestimmt das Licht anmachen, damit es in der Küche hell genug ist.

Sonst ist Mia in den Ferien immer gerne mit Papa und Mama in den Urlaub gefahren. Aber in wenigen Wochen stehen die Abschlussprüfungen in der Schule an und da muss sie noch tüchtig lernen.

Mia wäscht das Geschirr ab. Butter und Wurst wandern wieder in den Kühlschrank.

Die Sonne versinkt endgültig hinter den Bäumen am Hang gegenüber und es wird schnell dunkel.

Mia geht in ihr Zimmer und schnappt sich ihre Bibel, die immer griffbereit auf dem Schreibtisch liegt. Sie knipst die Stehlampe an, macht es sich im Sessel gemütlich und beginnt zu lesen.

Klack!

Überrascht schaut Mia auf. Was war das denn für ein Geräusch?

Klack!

Wieder kann sie es deutlich hören. Es klingt so, als ob in der Etage über ihr jemand die Zimmertüren auf- und zumacht.

„Ob Mama vergessen hat, die Schlafzimmertür ins Schloss zu ziehen und das Balkonfenster zu schließen?“, überlegt Mia. „Am besten sehe ich mal nach.“

Gerade will sie die Tür zum Treppenhaus öffnen, da macht es wieder kräftig „Klack“!

„Und wenn da oben jetzt ein Einbrecher herumläuft?“ Auf einmal ist Mia gar nicht mehr so mutig. Unsicher hält sie die Türklinke in der Hand. Soll sie nun raufgehen oder nicht? Da fällt ihr Blick auf das Telefon.

Vielleicht sind ihr Onkel und ihre Tante ja zu Hause. Rasch wählt sie die Nummer der beiden.

„Meier“, meldet sich eine Frauenstimme. „Hallo, Tante Christiane, hier ist Mia. Kann Onkel Jochen mal vorbeikommen? Ich glaube, bei uns im Haus ist ein Einbrecher unterwegs“, sprudelt es aus Mia heraus.

„Klar, ich schicke ihn sofort rüber. Und ich bete für dich, Mia. Bleib ganz ruhig. Der Herr Jesus ist bei dir.“

„Danke“, antwortet Mia. Am liebsten würde sie so lange mit ihrer Tante telefonieren, bis Onkel Jochen da ist. Doch die Tante hat schon wieder aufgelegt.

„Herr Jesus, hilf mir“, betet Mia. Sie spürt, wie ihre Hände vor Aufregung zittern. Die fünf Minuten, bis Onkel Jochen an der Haustür klingelt, kommen ihr wie Stunden vor.

„Danke, dass du gleich gekommen bist“, begrüßt sie ihn erleichtert.

„Ist schon in Ordnung“, antwortet ihr Onkel gutmütig. „Komm, lass uns gleich mal nachsehen, was oben los ist! Er steigt die Wendeltreppe hinauf. Mia kommt zögernd hinter ihm her. Zimmer für Zimmer öffnet er und schaut nach, ob die Fenster richtig verschlossen sind. Anschließend zieht er die Zimmertüren fest ins Schloss. Im Schlafzimmer kniet sich Mia vor die Betten und schaut nach, ob sich niemand darunter versteckt hat. Aber es ist kein Einbrecher zu finden. Und die Türen und Fenster sind auch alle richtig geschlossen.

„Komisch, ich habe das Klacken der Türen doch deutlich gehört“, wundert sich Mia, als sie wieder unten an der Haustür stehen. „Tut mir leid, dass ich dich unnötig hergeholt habe.“ „Kein Problem“, versichert Onkel Jochen freundlich. „Lass uns noch zusammen beten, bevor ich gehe.“ Die beiden schließen die Augen und falten die Hände. „Herr Jesus, du weißt, dass Mia dieses Geräusch gehört hat. Wir haben alles untersucht und nichts gefunden. Mache sie doch jetzt ruhig und pass heute Nacht ganz besonders auf sie auf. Amen.“

Klack!

Überrascht schaut Mia ihren Onkel an. „Hast du das auch gehört?“, fragt sie unsicher. Onkel Jochen nickt und lauscht dann konzentriert in die Stille. Kein Ton ist im Haus zu hören.

Klack!

Suchend schaut Onkel Jochen sich um. „Von oben kann es nicht kommen, da haben wir ja gerade gemeinsam alles kontrolliert“, versucht er, Mia zu beruhigen. Dabei kommt ihm die Sache jetzt selbst seltsam vor.

„Wo haben wir noch nicht nachgeschaut?“, überlegt er laut.

„Nur in der Vorratskammer und im Keller waren wir nicht“, antwortet Mia.

Onkel Jochen dreht sich um und öffnet die Kellertür. Neugierig schaut er sich in dem dunklen Raum um, dann fängt er an zu lachen.

„Ich habe deinen Einbrecher gefunden, Mia.“

Fragend sieht ihn das Mädchen an. „Was du hörst, ist das Geräusch der Gasheizung, wenn sie anspringt und sich die Flamme entzündet.“

Jetzt muss auch Mia lachen und ist grenzenlos erleichtert. Dass sie nicht alleine darauf gekommen ist!

„Danke, Herr Jesus, dass du mir gleich am ersten Abend gezeigt hast, wie freundlich du auf Gebete antwortest“, betet sie später, bevor sie zu Bett geht. Ruhig schläft sie ein. Mia weiß sicher, dass Jesus bei ihr ist und für sie sorgt.