Ausweg durch das Meer

1. Februar 2017

„Du, das war mal wieder eine geniale Nachtaktion, nicht wahr?“

„Ja, schon das zweite nächtliche Abenteuer in so kurzer Zeit.“

„Aber aufregend war es schon, ich freue mich auf ein paar ruhige Nächte.“

„Nervenkitzel haben wir jetzt wohl genug gehabt, aber ich glaube, es kommt noch mehr!“

Die Jungen merken in ihrem Abenteuerfieber gar nicht, dass sie belauscht werden. Die Ereignisse haben sie wirklich mächtig aufgewühlt. Aber wovon reden sie denn?

Es ist nur wenige Tage her, da haben sie nachts ihr Zuhause verlassen. Die Eltern hatten sich schon auf die Flucht vorbereitet, aber dann ging doch alles sehr schnell. Und mitten in der Nacht. Alle aus der Straße gingen mit und an jeder Kreuzung kamen noch viele dazu, so dass es ein großer Flüchtlingsstrom wurde. Und warum zogen sie so eilig fort? Sie lebten doch schon so lange sie denken konnten dort in dem Land. Aber es war nicht das Heimatland ihrer Vorväter und sie wurden von dem Herrscher des Landes stark bedrängt. Sklavendienst mussten sie tun und schrecklich viel arbeiten. Niemand durfte sich frei bewegen und viele von ihnen wurden umgebracht.

Doch dann kam ein Mann, der ihnen im Namen Gottes helfen wollte. Er sagte ihnen, wie sie sich auf die Flucht vorbereiten sollten, gegen den Willen des Herrschers im Land.

Und nun waren sie schon einige Tage unterwegs und ruhten sich am Ufer des Meeres aus. Noch dachte niemand daran, wie der Weg wohl weitergehen würde. Sie freuten sich alle über eine Ruhezeit.

Doch plötzlich ging ein Raunen durch die Menschenmenge. „Habt ihr es auch bemerkt? Soldaten nähern sich.“ „Das sind die Wagenkämpfer des Pharaos!“ „Die verfolgen uns und wir können nicht fliehen!“ „Jetzt sind wir verloren!“

Immer lauter wurde das Schreien. Verzweiflung machte sich breit, vor ihnen das Meer und hinter ihnen feindliche Soldaten. „Hilf uns, Gott im Himmel!“, schrien sie, und auch: „Mose, warum hast du uns diesen Weg geführt, sollen wir alle hier sterben?“

Doch Mose versuchte sie zu beruhigen: „Seid still und vertraut darauf, dass Gott euch helfen wird. Ihr müsst nur genau das tun, was er euch sagen lässt.“

Und dann brachen sie auf Befehl Moses wieder auf und stellten sich an das Ufer des Meeres. Was sollte nun passieren? Es war doch schon Abend geworden und die Soldaten kamen immer näher!

Da erhob sich die Wolke, die ihnen bisher den Weg gezeigt hatte, und schob sich zwischen die Flüchtlinge und die Soldaten. Auf der Seite der Soldaten wurde es stockfinster, aber auf der anderen Seite erhellte sich die Nacht. Die Soldaten konnten die Flüchtlinge nicht erreichen, aber diese konnten am Ufer des Meeres nun genau beobachten, was geschah.

Ihr Anführer Mose streckte seinen Stab über das Wasser, ein starker Wind kam auf und wie von unsichtbarer Hand wurden die Wassermassen zur Seite geschoben. In kürzester Zeit war der Meeresboden trocken und alle konnten zwischen den Wassermauern hindurchgehen, ohne nass zu werden.

Gegen Morgen, als sie beinahe das rettende Ufer erreicht hatten, hörten sie immer noch die Soldaten, die ihnen auf dem gleichen Weg folgen wollten. Doch kaum hatte der letzte Flüchtling seinen Fuß auf den Ufersand gesetzt, schlugen die Wassermassen hinter ihnen zusammen. Niemand konnte die Flüchtenden nun mehr zurückholen.

Doch welche Macht hatte dieses Wunder bewirkt? Gott hatte sein Volk vor der Macht der Verfolger gerettet und wollte es in ein neues Land bringen.

Noch einmal lauschen wir einer Unterhaltung:

„Wer hat schon jemals von einem solchen Wunder gehört, dass Menschen trockenen Fußes durchs Meer gingen. Gott hat uns so herrlich geholfen.“

„Das stimmt! Und wir sind ja keineswegs besser als die anderen. Aber Gott wollte unser Volk diesen Weg führen, weil er uns lieb hat.“

„Haben wir denn nun eine besondere Aufgabe? Wie geht es nun für uns weiter?“

„Natürlich! Glaube von Herzen an Gott, danke ihm für die Rettung und erzähle auch anderen, was er für uns getan hat.“

Du kannst die Geschichte in 2. Mose 14 nachlesen.